Rustikale Hausmannskost
Geschrieben von wildalligator am Dezember 03 2018 14:42:45
HANDBALL-OBERLIGA
VON DETLEFF LIEDMANN

ASCHERSLEBEN/MZ - In der Mitteldeutschen Oberliga verliert Aschersleben im Ballhaus gegen Jena. Wen die Fans als dafür Verantwortliche ausgemacht haben.
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HANDBALL-OBERLIGA
VON DETLEFF LIEDMANN

In der Mitteldeutschen Oberliga verliert Aschersleben im Ballhaus gegen Jena. Wen die Fans als dafür Verantwortliche ausgemacht haben.

ASCHERSLEBEN/MZ - Das war nichts für Feinschmecker. Eher Knacker mit Grünkohl. Obwohl das in einigen Regionen auch schon wieder als Delikatesse gilt. Das Spiel der Mitteldeutschen Oberliga im Ballhaus stockte häufiger als der Straßen- und Schienenverkehr bei minus 20 Grad sowie meterhohen Schneewehen.
Am Ende musste sich der HC Aschersleben dem HBV Jena um den ehemaligen Ascherleber Marcel Popa 24:27 geschlagen geben. Schuldige dafür hatten die Fans schnell ausgemacht. Lukas May und Paul Zilly. Besonders in der zweiten Halbzeit ließen sie diese ihren Unmut spüren. Schon im ersten Abschnitt hatte es viele Unterbrechungen gegeben, weil die vom Abstieg bedrohten Jenenser, um es mal vorsichtig zu formulieren, rustikal zu Werke gingen.
12:12 hieß es zur Pause. Knackpunkt des Spiels war die Zeit zwischen der 33. Und 35. Minute. Erst gab es eine Zeitstrafe für Jens Schmidt, dann Rot gegen Alexander Weber. Er soll beim Gegenstoß den Jenenser Maic Sadewasser zu Fall gebracht haben. „Mit viel Abstand betrachtet und sehr viel Wohlwollen gegenüber den zwei Herren in Grün – niemals. Also, wenn ich ihn berühre beziehungsweise leicht streife, war das schon viel. Von daher aus meiner Sicht eine übertriebene Entscheidung, die dann den Anstoß gab, dass das Spiel völlig außer Kontrolle geriet“, so Alexander Weber auf Nachfrage.

Andrej Filippov beim Wurf. Er hat mit Aschersleben gegen Jena den Kürzeren gezogen.
FOTO: FRANK GERMANN


Dennoch: Die Aschersleber blieben auch in doppelter Unterzahl dran, wenngleich das Spiel für Außenstehende fortan nur noch wenig mit Handball zu tun hatte. Die Gäste aus Thüringen langten weiter ordentlich hin, konnten sich aber ergebnismäßig keine Vorteile verschaffen.
Im Gegenteil: Vor allem Frank Seifert zerrte immer wieder an den Ketten, bekam diesen oder jenen Griff in den Wurfarm oder gegen den Hals ab. Da kann man mal leicht die Contenance verlieren. So erwischte es später auch noch Seifert und Jens Schmidt mit Rot.
Zwölf Zeitstrafen wurden allein gegen Spieler des HBV Jena ausgesprochen. Was das Fass für viele in der Halle zum Überlaufen brachte, war die blaue Karte gegen Martin Wartmann (58.). Als er am Boden lag, wurde er von Sadewasser getreten. Der Tretende kam mit Rot davon, während Wartmann im schlimmsten Fall eine Sperre droht.
Pit Seifert hielt seine Mannschaft mit dem 24:25 noch einmal im Spiel, doch Jenas Sebastian Triller nutzte die Überzahl zu zwei Treffern innerhalb von 34 Sekunden. Das war natürlich die Spielentscheidung zugunsten der Gäste aus Thüringen.