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Zwischen Chance und Bürde
HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

Andrey Filippov hat beim HCA eine neue Verantwortung.

ASCHERSLEBEN/MZ - Der Anfang liest sich ziemlich gut. Ein klarer Auswärtssieg beim Aufsteiger SV Oebisfelde und vier eigene Tore. Alles im Lot also bei Andrey Filippov? Der 20-jährige Handballer des Oberligisten HC Aschersleben gibt sich erstaunlich selbstkritisch. Filippov will nämlich die Zahlen hinter den Zahlen nicht unerwähnt lassen. „Es waren viele Würfe dabei, die nicht gut waren“, sagt er. Für seine vier Tore am letzten Wochenende benötigte das Rückraumtalent des HCA zwölf Versuche. Aber er betont auch: „Ich muss diese Würfe nehmen.“

Lücke schließen
Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang. Auf Filippov jr., Sohn von HCA-Coach Dmitry Filippov, trifft das aktuell ziemlich gut zu. Das Ende der vergangenen Saison war nämlich auch gleichbedeutend mit dem Ende des Engagements von Nicolas Berends und Clemens Grafenhorst beim Oberligisten. Beide wechselten zum SV Anhalt Bernburg in Liga drei und hinterließen im Rückraum der Alligators ein Loch. Andrey Filippov zählt jetzt zu den Spielern, die es schließen sollen.

Andrey Filippov
FOTO: BÖSENER


Das Talent bewegt sich zwischen der riesigen Chance auf sehr viel Einsatzzeit in dieser Spielzeit und der Bürde, mehr Verantwortung übernehmen zu müssen. Filippov weiß das. Er sagt selbstbewust: „Ich bin jetzt die Nummer eins auf meiner Position und muss Nico ersetzen.“ Damit geht natürlich eine gewisse Anforderung einher. Aber er weiß auch: „Es ist meine Chance.“
Anderthalb Jahre musste Filippov darauf warten. Als er im Winter 2017 zum HCA kam, kam er in funktionierendes Team. Sich dort Spielzeit zu erarbeiten, war nicht einfach. Vor allem nicht, da er mit Berends im linken Rückraum einen der konstantesten Spieler vor sich hatte. Und der Routinier Alexander Weber, der ob des Grafenhorst-Abgangs nun aber eher rechst im Rückraum gefordert ist. Der Weg für Andrey Filippov ist frei. Und er ist extrem entschlossen, das spürt man vor dem Heimspiel gegen den HC Burgenland am Samstagabend: „Ich will es unbedingt schaffen, hier eine wichtige Rolle einzunehmen.“

Gefühl entwickeln
Dafür muss man sich in manchen – vor allem deutlichen – Spielen vielleicht auch mal einen Wurf zu viel nehmen. „Ich muss erst das richtige Gefühl finden“, sagt Filippov. Das geht zwar nicht von heute auf morgen, Coach und Vater Filippov hat aber Vertrauen in den 20-Jährigen. Es ist seine Chance.

Anwurf in der Ballhaus-Arena ist am Samstagabend um 19 Uhr
wildalligator am September 07 2018 13:04:49 · 0 Kommentare · 362 gelesen · Drucken
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